{"id":896,"date":"2020-03-27T15:30:34","date_gmt":"2020-03-27T14:30:34","guid":{"rendered":"http:\/\/barbos.schambeck.eu\/?page_id=896"},"modified":"2020-03-27T15:30:34","modified_gmt":"2020-03-27T14:30:34","slug":"erfahrungsberichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/erfahrungsberichte\/","title":{"rendered":"Erfahrungsberichte"},"content":{"rendered":"\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-13tieg-7f18b87182b831408ef583d245e6b34d\">\n#top .av-special-heading.av-13tieg-7f18b87182b831408ef583d245e6b34d{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-13tieg-7f18b87182b831408ef583d245e6b34d .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-13tieg-7f18b87182b831408ef583d245e6b34d .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-13tieg-7f18b87182b831408ef583d245e6b34d av-special-heading-h2  avia-builder-el-0  el_before_av_heading  avia-builder-el-first '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Erfahrungsberichte<\/h2><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-yu75k-7567ba41c5e7aeeca035304edb0fef12\">\n#top .av-special-heading.av-yu75k-7567ba41c5e7aeeca035304edb0fef12{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-yu75k-7567ba41c5e7aeeca035304edb0fef12 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-yu75k-7567ba41c5e7aeeca035304edb0fef12 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-yu75k-7567ba41c5e7aeeca035304edb0fef12 av-special-heading-h3  avia-builder-el-1  el_after_av_heading  el_before_av_textblock '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Eigene kleine Welt<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-k8aaqwlh-b487a799869d63dfe916543d71c6477e '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><em>Arbeit am Tonfeld\u00ae mit einem 9-j\u00e4hrigen Hortkind<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231 size-full\" src=\"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/bunter_krieger-1-1.gif\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"130\" \/>Bei C. war bereits ADHS mit einer Medien-und Fernsehabh\u00e4ngigkeit diagnostiziert. C. war unf\u00e4hig zu spielen oder sich alleine zu besch\u00e4ftigen. Er suchte zwar den Kontakt in der Gruppe, kommentierte jedoch nur das Spielen der Anderen und war unf\u00e4hig sich an Regeln zu halten bzw. wollte diese stets selber vorgeben. Funktionierte das nicht, begab er sich zur n\u00e4chsten Gruppe bei der er wieder scheiterte. Anfangs suchte C. dauernd den Kontakt zu den P\u00e4dagoginnen im B\u00fcro, da dort der Computer stand. Starrte dann in den Bildschirm und hielt dies vom Arbeiten ab, bis er B\u00fcroverbot bekam.<\/p>\n<p>Alle Versuche ihm das Spielen mit anderen zu erm\u00f6glichen scheiterten an seiner mangelnden F\u00e4higkeit sich zu integrieren. Deshalb wurde er zur Tonfeldtherapie vorgeschlagen, da diese Therapieform unmittelbar ist und keine Hilfsmittel vorsieht. Die Kinder somit lernen nur aus sich selbst zu sch\u00f6pfen und diese Impulse umzusetzen, und so eine Erfahrungswelt offenlegt die C. bis dahin nicht kannte. Die Erkenntnis nichts weiter zu brauchen als eine Idee. So war mehr als bezeichnend das C. das erste Kind war, das Sandspielformen mit in die Therapiestunde nehmen wollte, wieder davon ausgehend Hilfsmittel zu brauchen um etwas zu schaffen. \u201cAber ich muss doch etwas Besonderes machen\u201d war seine Aussage dazu.<\/p>\n<p>Erst als die P\u00e4dagogin ihm erwiderte, dass er etwas Besonderes sei, und alles was er mit seinen H\u00e4nden schaffe damit auch\u201d konnte und wollte er auf seine F\u00f6rmchen verzichten. C. kannte keine Freizeitgestaltung ohne Computer, Playstation oder Fernseher, deshalb wurde in diesem Fall auch von der Therapeutin auf die Mutter eingewirkt, immer mit dem Ziel ihrem Kind eine Gesundung zu erm\u00f6glichen. W\u00e4hrend C. anfangs in der Therapie nur redete, schaffte er es zunehmend den Ton f\u00fcr sich und seine aufkommenden Phantasien zu nutzen. Die Erfahrung nur sich selbst zu brauchen, um sich zu besch\u00e4ftigen beruhigte ihn zunehmend. Nach mehreren Stunden entdeckte er auch in der bestehenden Einrichtungsstruktur das Werken f\u00fcr sich und geh\u00f6rte immer zu den Ersten, die sich daf\u00fcr eintrugen. Seine Konzentration galt pl\u00f6tzlich nicht mehr den Anderen sondern ausschlie\u00dflich dem, was er herstellen oder machen k\u00f6nnte. Es bedurfte langer Zeit und immer wieder der Ermutigung die bestehenden Suchtstrukturen von C. zu durchbrechen. In seiner letzten Therapiestunde formte C. eine gro\u00dfe Kugel aus dem Ton, weil dort nach seinen Aussagen alles darin sei, was er in den bisherigen Stunden geformt hatte.<br \/>\nEben seine eigene kleine Welt, die er erst jetzt entdeckt hatte.<\/p>\n<p>Alexandra B\u00fcrg, Leiterin der KiTa Brittingweg 8<\/p>\n<\/div><\/section>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-syaao-a10feec39a9c0ae4fef1e5c84f513183\">\n#top .av-special-heading.av-syaao-a10feec39a9c0ae4fef1e5c84f513183{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-syaao-a10feec39a9c0ae4fef1e5c84f513183 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-syaao-a10feec39a9c0ae4fef1e5c84f513183 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-syaao-a10feec39a9c0ae4fef1e5c84f513183 av-special-heading-h3  avia-builder-el-3  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Peter schwimmt sich frei<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-k8aaqwlh-b487a799869d63dfe916543d71c6477e '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><em>Arbeit am Tonfeld\u00ae mit einem 4-j\u00e4hrigen Jungen<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-283 size-full\" src=\"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/monster-1-1.gif\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"200\" \/>Peter* kam mit viereinhalb Jahren zu mir zur Stimmtherapie.<br \/>\nEr hatte Schreikn\u00f6tchen (eine organische Ver\u00e4nderung an den Stimmlippen aufgrund falschen Stimmeinsatzes). Er konnte das \u201esch\u201c und \u201er\u201c nicht bilden und verwechselte teilweise \u201et\u201c und \u201ek\u201c. Im freien Spiel oder beim Malen wurden seine Bilder immer \u00fcberschwemmt oder endeten im Chaos. Als Peter zu mir kam, hatte er bereits zehn Stunden bei einem Logop\u00e4den absolviert. Die Therapie wurde abgebrochen, da sie erfolglos war und Peter nicht mehr hingehen wollte.<\/p>\n<p>Ich bot den Eltern die Arbeit am Tonfeld\u00ae an. Zun\u00e4chst arbeitete ich ca. zwanzig Stunden mit Peter am Tonfeld, hatte zwei Elterngespr\u00e4che und auf Peters Wunsch ca. zehn Stunden ohne Tonfeld im freien Spiel.<\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich wurden die Gestalten im Tonfeld immer wieder mit Wasser \u00fcberschwemmt, aber mit der Zeit probierte Peter am Tonfeld viel aus und erschlo\u00df sich neue Bewegungen. Ein Thema der Tonfeldarbeiten war die Enge, die er immer im Hals gesp\u00fcrt hatte. Am Ende dieser Phase bescheinigte der HNO-Arzt, da\u00df die Stimmlippenkn\u00f6tchen sich nahezu aufgel\u00f6st hatten. Peter hatte das \u201er\u201c ohne spezielle Therapie in die Spontansprache \u00fcbernommen, wie wenn sein Hals freier geworden sei und damit das \u201er\u201c m\u00f6glich wurde. Sein Spiel wurde klarer und seine Gestalten wurden nicht mehr \u00fcberschwemmt.<\/p>\n<p>Nach vier Monaten kam Peter wieder: \u201eIch habe mir extra Stimmlippenkn\u00f6tchen gemacht, damit ich wieder zu Dir kommen kann.\u201c Nach den folgenden zehn Stunden bescheinigte der HNO-Arzt, da\u00df Peters Hals und seine Ohren noch nie so gut ausgesehen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Christine Schoierer, Atem,-Stimm- und Sprachlehrerin, Arbeit am Tonfeld\u00ae<br \/>\n(* Name ge\u00e4ndert)<\/p>\n<\/div><\/section>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-iznsw-be33c9180d2d800a3081be1eb99d7f66\">\n#top .av-special-heading.av-iznsw-be33c9180d2d800a3081be1eb99d7f66{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-iznsw-be33c9180d2d800a3081be1eb99d7f66 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-iznsw-be33c9180d2d800a3081be1eb99d7f66 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-iznsw-be33c9180d2d800a3081be1eb99d7f66 av-special-heading-h3  avia-builder-el-5  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Samet findet seine Sprache<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-k8aaqwlh-b487a799869d63dfe916543d71c6477e '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><em>Arbeit am Tonfeld\u00ae mit einem 9-j\u00e4hrigen Grundsch\u00fcler<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-281 size-full\" src=\"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/drache-1-1.gif\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"150\" \/>Die Begleitung des neun Jahre alten Samet* erstreckte sich \u00fcber ein Jahr. Samet ist T\u00fcrke, ist in Deutschland geboren und hat noch eine 11-j\u00e4hrige Schwester. Seine Mutter spricht recht gut deutsch, der Vater aber kaum. Das Kind hat nach Aussagen der Mutter erst mit vier Jahren im Kindergarten deutsch gelernt. Die h\u00e4usliche Situation ist schwierig, da der Vater sich kaum um die Kinder k\u00fcmmert, zu Depressionen neigt und es h\u00e4ufig Streit zwischen den Eheleuten gibt. Samet kommt auf Anraten der Erziehungsberatungsstelle, da es in der Schule gro\u00dfe Schwierigkeiten gibt. Er ist zur Probe in der dritten Klasse und es steht eine Sonderschul\u00fcberpr\u00fcfung an, da der Junge kaum spricht und sehr schlechte Leistungen zeigt. Es stellt sich im Laufe unserer Arbeit heraus, dass Samet weder auf deutsch noch auf t\u00fcrkisch Sinn entnehmend lesen kann. Offensichtlich beherrscht er keine der beiden Sprachen richtig. Bei einer sp\u00e4teren \u00dcberpr\u00fcfung, wird eine Sprachentwicklungsst\u00f6rung und eine H\u00f6rverarbeitungsst\u00f6rung diagnostiziert.<\/p>\n<p>\u00dcber den Zeitraum von 16 Tonfeldstunden macht Samet eine erstaunliche Entwicklung vom \u201eRitzbild\u201c zur \u201eAchterbahn\u201c: In der ersten Stunde sitzt er, von der Mutter gebracht, sch\u00fcchtern und \u00e4ngstlich mit gesenktem Kopf vor dem Tonfeld, spricht kaum, antwortet leise und kaum verst\u00e4ndlich auf Fragen. Er ritzt ein Haus in den Ton und malt dar\u00fcber ein riesiges bedrohliches Flugzeug. Um das Haus malt er allerlei Sicherungsanlagen, aber auch Spielm\u00f6glichkeiten. Das einzig Plastische ist ein Fisch im Teich und ein Schneemann, der davor steht. Der Vater angelt gerne, erfahre ich sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Stunden wird Samet immer munterer. Er baut Dinosaurier, findet Gold- und Silbersch\u00e4tze. Er gr\u00e4bt geheimnisvolle H\u00f6hlen, r\u00e4umt das Tonfeld aus und beginnt kr\u00e4ftig zu greifen. In der 15. Stunde entsteht ein gro\u00dfer Vulkan. Samet f\u00e4ngt an, von sich aus zu reden und dr\u00fcckt seine Sehnsucht aus, mehr Kontakt zum Vater zu haben. Beim letzten Tonfeld entsteht eine Achterbahn mit kr\u00e4ftigen St\u00fctzpfeilern, vielen H\u00f6hen und Tiefen. Ende und Anfang der Bahn schlie\u00dft er zu einem Kreis.<\/p>\n<p>Samet spricht nach dieser Zeit klarer und deutlicher, sein Wortschatz ist gr\u00f6\u00dfer geworden. Er schaut mich beim Reden an und berichtet auch von sich aus von Erlebnissen. Er ist selbstst\u00e4ndiger geworden und kommt alleine zu mir. In der Schule haben sich seine Leistungen verbessert, er kann nun leichte Texte lesen und verstehen. So ist er auch in die vierte Klasse versetzt worden. Aus dem sch\u00fcchternen, sprachlosen Jungen ist ein eher vorlauter, munterer Viertkl\u00e4ssler geworden, der seine Grenzen austestet. Samet hat nicht nur seine Sprache, sondern auch Freunde gefunden.<\/p>\n<p>Kerstin Mattern, Heilpraktikerin, Arbeit am Tonfeld\u00ae<br \/>\n(* Name ge\u00e4ndert)<\/p>\n<\/div><\/section>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-cygcw-c664445484a609393fdf29d061c41e13\">\n#top .av-special-heading.av-cygcw-c664445484a609393fdf29d061c41e13{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-cygcw-c664445484a609393fdf29d061c41e13 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-cygcw-c664445484a609393fdf29d061c41e13 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-cygcw-c664445484a609393fdf29d061c41e13 av-special-heading-h3  avia-builder-el-7  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Leo trifft eine Entscheidung<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-k8aaqwlh-b487a799869d63dfe916543d71c6477e '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><em>Arbeit mit einem 12-j\u00e4hrigen Gymnasiasten<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-284 size-full\" src=\"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tier-1-1.gif\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"105\" \/>Leo* kommt auf Wunsch seiner Mutter. Die Eltern sind geschieden und der Vater neu verheiratet. Leo wohnt mit seinem j\u00fcngeren Bruder bei der Mutter. Seit einiger Zeit m\u00f6chte nun der Vater, dass Leo zu ihm in die neue Familie zieht, was mit einem Umzug in einen anderen Ort und dem Verlust seines sozialen Umfeldes verbunden ist. Bei den Eltern ist es dar\u00fcber zu einem gro\u00dfen Streit gekommen. Leo geht es im Moment sehr schlecht , er weint viel, kann schlecht schlafen, hat Bauchschmerzen und m\u00f6chte nicht \u00fcber diese Angelegenheit reden. Am Tag, als er zur ersten Tonfeldstunde kommt, scheint es nach Aussagen der Mutter fast beschlossen, dass Leo zum Vater zieht.<\/p>\n<p>Am Tonfeld ist Leo zun\u00e4chst sehr schweigsam. In der ersten Stunde baut er ein Haus, in dem seine ganze Familie wohnen kann. Er berichtet von sich aus von seiner Situation und seinem \u201cHin- und Her-Gerissen-Sein\u201d. In der n\u00e4chsten Stunde baut er eine gro\u00dfe Festung, die belagert wird. So f\u00fchlt er sich von den Eltern belagert, meint er am Ende. Er hat das Gef\u00fchl, den Streit der Eltern schlichten zu m\u00fcssen. Beim Spiel im Tonfeld trickst er die Eltern aus, indem er sich Versorgungsm\u00f6glichkeiten schafft und die Belagerer verhungern m\u00fcssen. In der dritten Stunde berichtet er, er habe beschlossen, bei der Mutter und so auch bei seinem Bruder, seinen Freunden und in seiner Klasse zu bleiben. Es entstehen rechts und links zwei unterschiedliche St\u00e4dte, die im Streit sind. F\u00fcr sich baut er einen gesicherten Platz.<\/p>\n<p>Nach einem Urlaub mit dem Vater, bei dem er sich nicht hat umstimmen lassen, gestaltet er im Tonfeld sein Zimmer neu mit vielen M\u00f6glichkeiten. Es darf nur jemand herein kommen, wenn er es erlaube.<br \/>\nNach diesen vier Stunden geht es Leo besser, weil er sich f\u00fcr seine vertrauten Lebensverh\u00e4ltnisse entschieden hat. Er schlie\u00dft nicht aus, eines Tages doch zum Vater zu gehen, aber dann will er den Zeitpunkt bestimmen. Mit dem Streit der Eltern m\u00f6chte er nichts zu tun haben.<\/p>\n<p>Kerstin Mattern, Heilpraktikerin, Arbeit am Tonfeld\u00ae<br \/>\n(* Name ge\u00e4ndert)<\/p>\n<\/div><\/section>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-8eko0-00abb22ec6ceb16b2b57bb4bc4e6d8c1\">\n#top .av-special-heading.av-8eko0-00abb22ec6ceb16b2b57bb4bc4e6d8c1{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-8eko0-00abb22ec6ceb16b2b57bb4bc4e6d8c1 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-8eko0-00abb22ec6ceb16b2b57bb4bc4e6d8c1 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-8eko0-00abb22ec6ceb16b2b57bb4bc4e6d8c1 av-special-heading-h3  avia-builder-el-9  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Arbeit am Tonfeld\u00ae bei einem Jugendlichen mit ADHS<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-k8aaqwlh-b487a799869d63dfe916543d71c6477e '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-288 size-full\" src=\"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/kirche-1-1-1.gif\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"232\" \/>C., 14 Jahre alt, kam zu mir, weil er erhebliche Probleme hatte, sich sozial einzugliedern, so da\u00df eine Beschulung innerhalb der Klasse trotz vieler Versuche, ihn zu f\u00f6rdern, nur stundenweise m\u00f6glich war. Er zeigte ein deutliches Potential an Gewaltbereitschaft, empfand keinerlei Empathie gegen\u00fcber anderen, hatte gro\u00dfe Konzentrationsschwierigkeiten sowie ein \u00fcberdurchschnittliches Problem mit Hyperaktivit\u00e4t (starke St\u00f6rung im Bereich ADHS), was von einem Test der Kinder- und Jugendpsychiatrie best\u00e4tigt wurde. Ich wurde von C.\u2019s Schule aufgefordert, mit ihm am Tonfeld zu arbeiten.<\/p>\n<p>Bei unserer ersten Begegnung zeigte C. Unsicherheiten in der Wahrnehmung. Er hatte Orientierungsprobleme bez\u00fcglich r\u00e4umlicher, zeitlicher und beziehungsm\u00e4\u00dfiger Grenzen und Strukturen. Seine Unsicherheit im Umgang mit Emotionen machte ihn zus\u00e4tzlich unsicher. Darauf antwortete er mit unkontrolliert aggressivem Verhalten.<br \/>\nEs war also geboten, ihm Mittel an die Hand zugeben, mit seinen Aggressionen umgehen zu lernen. Dazu bot sich die Tonerde geradezu an, weil sie formbar ist und Druck ausgesetzt werden kann, ohne Selbst- oder Fremdverletzungen hervorzurufen.<br \/>\nZur Vorbereitung der Arbeit am Tonfeld gab ich Regeln und Strukturen vor, die eine Art von Ritualisierung und Verl\u00e4\u00dflichkeit des Rahmens, in dem wir arbeiteten, boten. Dadurch gelang es C. bald, innerhalb der Grenzen des Tonfeldes im Material seine Probleme zu gestalten und f\u00fcr ihn sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>Beispielsweise war es f\u00fcr ihn am Anfang einer jeden Arbeit wichtig, seinen inneren Aggressionsdruck durch Schlagen, Zerquetschen der Tonerde etc. auszudr\u00fccken. Erst danach konnte er ins konstruktive, gestalterische Tun kommen, was immer sicherer und differenzierter wurde. Auch zeigte sich bei ihm zunehmend eine Ver\u00e4nderung in der Wahrnehmung. Die anf\u00e4ngliche sensomotorische und gestalterische Unsicherheit machte einer gezielten, sehr sensiblen Gestaltungsfreude und der Konzentration und Klarheit im Gestalten Platz.<\/p>\n<p>Schon nach wenigen Tonfeldstunden ver\u00e4nderte sich seine Konzentrationsf\u00e4higkeit und sein Umgang mit seiner Umgebung. Er konnte besser Grenzen einhalten, sich konzentrieren und sich ohne Gewalt einbringen. Nach Beendigung der gemeinsamen Arbeit nach 13 Stunden konnte er schlie\u00dflich sogar problemlos ein Praktikum in einem Betrieb machen.<\/p>\n<p>Kerstin Knappe, Lehrerin an einer F\u00f6rderschule, Arbeit am Tonfeld\u00ae<\/p>\n<\/div><\/section>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-ka7zsyzg-f42c39e3a49803fdb7896f41669edb83\">\n#top .av-special-heading.av-ka7zsyzg-f42c39e3a49803fdb7896f41669edb83{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-ka7zsyzg-f42c39e3a49803fdb7896f41669edb83 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-ka7zsyzg-f42c39e3a49803fdb7896f41669edb83 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-ka7zsyzg-f42c39e3a49803fdb7896f41669edb83 av-special-heading-h3  avia-builder-el-11  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Josefine nimmt ihr Leben in die Hand.<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-k8aaqwlh-b487a799869d63dfe916543d71c6477e '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-285 size-full\" src=\"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Fischli_bunt-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"110\" \/>Josefine* kam auf Anraten ihrer Lehrerin zum Tonfeld. Das 12-j\u00e4hrige M\u00e4dchen hat schon vier Schulwechsel hinter sich und geht nun in die 5. Klasse einer besonderen F\u00f6rderschule. In der Schule fiel sie durch eher vorlautes, nicht dem Alter entsprechendes Verhalten auf. Sie hatte kaum Freunde und Probleme, in der Gruppe zu arbeiten, da sie andere immer kritisiert und bevormundet. Es fiel ihr auch schwer, Regeln einzuhalten. Zu Hause gab es oft Streit mit der Mutter.<\/p>\n<p>Die h\u00e4usliche Situation ist schwierig. Josefine ist die j\u00fcngste in einer Patchworkfamilie, hat vier Halbgeschwister und ist schon mehrfach Tante. Ihren leiblichen Vater kennt sie nicht. W\u00e4hrend unserer gemeinsamen Zeit geht die aktuelle Beziehung der Mutter auseinander.<\/p>\n<p>Josefine hat 30 Stunden am Tonfeld gearbeitet. Nach gro\u00dfer Unsicherheit zu Beginn wurde sie zunehmend kompetenter im Umgang mit dem Material. Neben Geborgenheit und Orientierung, die sie zun\u00e4chst suchte, kamen immer mehr eigenen Ideen.<\/p>\n<p>Handlungsplanung und Umsetzung wurden immer besser. Das M\u00e4dchen hat in dieser Zeit gro\u00dfe Entwicklungsschritte gemacht! Ihr Sozialverhalten hat sich deutlich gebessert.<\/p>\n<p>So konnte sie eine neue Mitsch\u00fclerin, mit der sie zun\u00e4chst gro\u00dfe Probleme hatte, als Freundin gewinnen. Es ist die erste Freundin, die sie an der Schule hat. Ihr Betragen im Unterricht hat sich auch gebessert.<\/p>\n<p>Josefine kann mittlerweile ihr eigenes Verhalten gut reflektieren. Sie wei\u00df, dass sie oft recht aufbrausend ist und sich auch manchmal im Ton vergreift. Es wird aber besser. Die Mutter \u00e4u\u00dfert sich jetzt positiver \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zu ihrer Tochter.<\/p>\n<p>Josefine hat nun das Ziel, an ihrem Verhalten weiter zu arbeiten, um wieder auf eine Regelschule gehen zu k\u00f6nnen. Das M\u00e4dchen hat sich zu einem ganz normalen Teenager entwickelt und beginnt, seinen eignen Weg zu finden. \u00dcber die Arbeit am Tonfeld ist sie selbstbewusster und stabiler geworden und sieht nun positiv in eine Zukunft, die sie selbst mitgestalten will.<\/p>\n<p>Kerstin Mattern, Heilpraktikerin, Arbeit am Tonfeld<br \/>\n(* Name ge\u00e4ndert)<\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-896","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=896"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/896\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.barbos-stiftung.de\/cms\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}